#148: Polen hat gewählt

Am 13. Oktober 2019 fanden in Polen Parlamentswahlen statt, und ganz Europa wartete gebannt. Das Erwartete ist eingetreten. Wie in allen Umfragen prophezeit, hat die Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) die Mehrheit der Stimmen erhalten. Mit 235 Sitzen hat sie nicht nur die Mehrheit im Sejm errungen, sondern auch ein Mandat zur Alleinregierung erhalten.

Polen ist aber nicht nur das Land, das sich seit dem ersten Wahlsieg von PiS im Jahr 2005 politisch am rechten Rand Europas bequem eingerichtet hat, es ist auch eine Nation, die im Laufe der Geschichte mehrmals überfallen, erobert, aufgeteilt und sogar als Nation aufgelöst wurde.

Was ist Polen? Wie geht das Land mit seiner wechselvollen Geschichte und den stark verwurzelten Traditionen, die daraus hervorgehen, um? Bemerkenswert ist, was dieses Land, das sich immer wieder an seiner Kultur wie an einem Rettungsanker festklammert, an Literatur und Lyrik, Musik und bildender Kunst hervorbringt. Auch avantgardistisches Design wird bei den bald 40 Millionen Einwohnern großgeschrieben. Da sich Polen immer wieder mit seiner Geschichte und Kultur auseinandersetzt und damit auch hadert, scheinen Einflüsse von außen es dementsprechend schwerer zu haben, in dem ungewöhnlich homogenen Land Fuß zu fassen.

Polen blieb von der Pestepidemie im 14. Jh. verschont. Ein Wunder? Ebenso von Hexenwahn und dem 30-jährigen Krieg. Immer wieder wurde es als Bollwerk oder Vormauer des Christentums bezeichnet. In dieser Optik ist Polen der Vorposten Europa, ein Land an der Grenze wie die Ukraine. Dabei führte Polen 200 Jahre vor Montesquieu die Gewaltenteilung ein. Müsste so gesehen nicht gar die Hauptstadt Europas nach Polen verlegt werden?

Wieso weidet ein Künstler auf der Biennale di Venezia im polnischen Pavillon ein Flugzeug wie ein erlegtes Tier aus? Was macht eine polnische Unternehmerin und Kunstsammlerin in einem aufgelassenen Kloster in Graubünden? All diesen Fragen (und noch einigen mehr) versucht Kulturelemente #148 nachzuspüren, um Einblicke zu geben in ein Land, in dem mit Solidarnosc die Wende lange vor 1989 begann.

Hannes Egger / Haimo Perkmann

Download: Kulturelemente #148

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